Die Zeitbombe aus der Vergangenheit ist losgegangen, und nun heißt es: auf zu einer transparenten Zusammenarbeit in der Zukunft

Archieffoto ledenraadsvergadering

Im Auftrag des KFPS führte Herr Mastenbroek im Frühjahr 2021 eine unabhängige Untersuchung zur Führung der Vereinigung durch. Der Einsatz wurde teilweise durch die Unruhen ausgelöst, die nach der Körung des Hengstes Boet 516 auftraten. Der Untersuchungszeitraum währte vom Beginn des betreffenden Hengstkörungsverfahrens am 3. Dezember 2018 bis einschließlich der Sitzung des Mitgliederrates, in der die Untersuchung am 27. November 2020 angekündigt wurde. Der vertrauliche Bericht von Herrn Mastenbroek wurde in der Zwischenzeit dem Vorstand und dem Mitgliederrat vorgelegt. Dieser Artikel enthält eine Zusammenfassung dieses vertraulichen Berichts.
Zeitbombe
Wie aus dem Titel des Berichts und diesem Artikel hervorgeht, sind in der Vergangenheit einschlägige Vorfälle aufgetreten, die zu Aufregung innerhalb der Vereinigung geführt haben. Diese Vorfälle haben sich im Laufe der Zeit wie eine Zeitbombe unter der Vereinigung entwickelt. Die Körung des Hengstes Boet 516 im Herbst 2019 war der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Am 23. Dezember 2019, mehr als fünf Wochen nach der Körung dieses Hengstes, wurde durch die Veröffentlichung des Hengstberichts von Boet 516 allgemein bekannt, dass dieser Hengst Kehlkopfpfeifen (Cornage) hat. Das Kehlkopfpfeifen wurde im Hengstbericht als „gerade nicht akzeptabel“ beschrieben und fällt somit in die niedrigste Klasse, in die das Kehlkopfpfeifen von Experten eingestuft wird: Klasse 4. Die Einstufung des Kehlkopfpfeifens als „gerade nicht akzeptabel“ war bis zum Zeitpunkt der Körung nur einer sehr kleinen Gruppe von Personen bekannt und wurde nicht gemeldet, bis die Körung von Boet 516 eine vollendete Tatsache war. Der Verlauf der Ereignisse hat zu viel Unruhe, Unverständnis und Diskussionen innerhalb der Vereinigung geführt.

Kehlkopfpfeifen

Herr Mastenbroek (im Folgenden: Untersucher) hat festgestellt, dass die Hengstkörungskommission (im Folgenden: HKK) die Vorschriften korrekt eingehalten hat. Zum Zeitpunkt der Hengstleistungsprüfung war Boet 516 zwar 5 Tage lang ohne Begleitung vom Trainingszentrum in Exloo weggewesen, dies geschah jedoch mit Genehmigung des HKK und des Direktors, und verstieß somit nicht gegen Artikel 19 der Bestimmungen zur Hengstleistungsprüfung. Die Erlaubnis wurde zu Recht erteilt, da das Kehlkopfpfeifen nicht beeinflusst werden kann. Prof. Dr. Sloet hat dies dem Untersucher ausdrücklich bestätigt. Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt ist, ob eine Prüfung gegen Artikel 3 des Zuchtziels erforderlich war. Artikel 3 des Zuchtziels besagt, dass hohe Anforderungen an Gesundheit und Vitalität gestellt werden, einschließlich des Fehlens erblicher Mängel, aber die Hengstkörungsbestimmungen und die Hengstleistungsprüfungsbedingungen enthalten keine explizite Regel, die eine Bewertung anhand des Zuchtziels vorschreibt. Der Untersucher riet dazu, das Zuchtziel besser zu definieren (wie soll das friesische Pferd in 20 Jahren aussehen) und die Prüfung gegen das Zuchtziel in die Körungsbestimmungen aufzunehmen. Da die HKK die Vorschriften befolgt hat und eine in den Statuten ausdrücklich formulierte Autonomie besitzt, hatte sie die Befugnis, Boet 516 endgültig zu kören.

Ernennung HKK

Der Untersucher hat auch festgestellt, dass der Mitgliederrat die Satzung eingehalten hat. Der Mitgliederrat hat konstruktiv begonnen, wurde jedoch im Laufe der Zeit immer zwingender. Diese Änderung des Tonfalls war auf den immer tiefer werdenden Widerspruch mit dem Vorstand hinsichtlich der Wiederernennung der bestehenden HKK zurückzuführen. Darüber hinaus wurde immer offensichtlicher, dass der Vorstand kein Team war und keine Brücke zum Mitgliederrat schlagen konnte. Der Mitgliederrat hat seine Meinung geäußert und Vorschläge unterbreitet, den Vorstand jedoch stets in seiner Rolle belassen. Der Vorstand hat dem Vorschlag, drei neue Mitglieder aus dem Mitgliederrat in den Vorstand aufzunehmen, ausdrücklich zugestimmt. Und der Vorstand hat an der Wiederernennung der bestehenden HKK festgehalten. Nachdem die Wiederernennung des bestehenden HKK ausdrücklich nicht unterstützt wurde, schlug der Vorstand am Tag der Mitgliederratssitzung vom 27. November 2020 eine neue HKK vor. Der Mitgliederrat ist das höchste Organ des Vereins und hat das statutengemäße Recht, den verbindlichen Rat des Vorstandes mit 2/3 Mehrheit abzulehnen. Die Ernennung der neuen HKK erfolgte korrekt gemäß den Vorschriften.

Blick nach vorn!

Der Untersucher hat eine Reihe von Empfehlungen abgegeben, die insbesondere auf mehr Transparenz und Zusammenarbeit innerhalb der Vereinigung abzielen. Der Vorstand wird vor Ende Mai 2021 in einer Veröffentlichung auf diese Empfehlungen und die Art und Weise der Weiterverfolgung zurückkommen.
Der Vorstand wünscht, gemeinsam mit den in Kürze zu ernennenden Vorstandsmitgliedern, den Mitarbeitern und Freiwilligen mehr Transparenz und Zusammenarbeit in der Vereinigung zu erschaffen. Wir ziehen unsere Lehre aus der Vergangenheit und sind allen dankbar, die sich mit Herz und Seele für unsere schöne Vereinigung stark gemacht haben. Von jetzt an blicken wir nach vorn!