Eignungstest: sportliche Eignung in Bildern, und wertvoll für die Zucht

„Eignung, im Sport Leistung zu zeigen“. Dieser Satzteil aus dem Zuchtziel des Friesenpferdes stand bei der zehnten KFPS College Tour am Donnerstagabend, 1. April, im Mittelpunkt. Wytske Schuth, Manager keuringen en opleidingen beim KFPS: „Denn wie testest du, wie viel Talent dein Pferd für den Sport hat?“

Information für Besitzer und Zuchtwerte

„Die Eignungstests ABFP und IBOP geben ein gutes Bild der Sporteignung wieder“, gab Schuth an. „Bei einer Fohlenschau und einer Stammbuchaufnahme werden die Pferde an der Hand gezeigt, also in unbelasteter Bewegung. Aber da ist immer noch eine Lücke zu der Bewegung unter Belastung, also unter dem Sattel oder vor der Kutsche. Die Eignungstests sind gute Anzeiger der Sportveranlagung.“ Somit sind die Informationen aus den Eignungstests wichtig für den Besitzer des Pferdes. Um objektiv die Eignung des Pferdes zu visualisieren, um eine vorläufige Graderhöhung (Ster, Kroon und Model) in eine definitive umzusetzen und um eine bessere Hengstwahl treffen zu können. Und auch für die Nachzuchtprüfungen und damit die Zuchtwertschätzung ist die Information aus den Eignungstests wichtig. „Hengste, deren Nachkommen es in den Eignungstests gut machen, haben auch einen größeren Prozentsatz Nachkommen mit einem Sportprädikat.“

Eignungstest versus sportliche Leistungen

„Auch die sportlichen Leistungen von Sport- und Sport Elite-Pferden sind eine Informationsquelle über die Tauglichkeit für den Sport“, gab Schuth an. „Diese Pferde sind tatsächlich schon etwas älter, wenn sie diese sportlichen Leistungen erbracht haben. Der Faktor Reiter spielt stärker mit hinein, zugleich spielen auch Langlebigkeit und Charakter eine Rolle. Mit den Eignungstests haben wir schon im jüngeren Lebensalter eine objektive Information, das ist in der Zucht ein Vorteil. Je länger ein Pferd im Training ist, desto größer ist der Effekt durch den Reiter.“ Überdies werden beim ABFP-Test auch noch 18 Charaktermerkmale gescort. „Der Fokus liegt bei den Eignungstests auf den natürlichen Anlagen des Pferdes“, betonte Schuth. „Wenn man bei einem IBOP einen Schlenker oder einen Anlehnungsfehler hat, ist das kein Problem. Die Prüfung wird nicht als Prüfung beurteilt, sondern ist nur ein vereinheitlichendes Mittel, der Jury das Pferd zu zeigen.“

IBOP oder ABFP?

Was soll man als Besitzer nun auswählen: Einen ABFP oder einen IBOP? „Das hängt vom Pferd und von einem selbst ab“, so Schuth, der die Unterschiede dieser Tests erklärte. „Bei einem IBOP wählt man seinen eigenen Reiter und kann sein Pferd in seinem eigenen Tempo ausbilden.“ Ein guter Reiter wird das Pferd aufwerten können, aber „Pferde vererben sich, sie vererben nicht den Reiter.“ Das Training für den IBOP nimmt leicht mal drei Monate in Anspruch. Der ABFP dauert sieben Wochen, inklusive der zwei Wochen fakultativer Vorbereitung, und die Kosten betragen 2015 € inklusive Aufstallung. „Die Ergebnisse finden Eingang in die Zuchtwerte, und damit kommt die Information auch wieder zu den Züchtern zurück.“