Embryo Transfer: den genetischen Fortschritt beschleunigen

In den letzten zehn Jahren beobachtet Dr. Karin Hendriks, europäische Spezialistin für die Fortpflanzung des Pferdes, dass der Embryo Transfer (ET) immer häufiger eingesetzt wird. Im vergangenen Jahr haben auch die Coronahemmnisse zur Zunahme beigetragen: weil Turniere abgesagt wurden, wurden Sportstuten für ET eingesetzt, wobei sie, wenn die Turniere erneut beginnen, gleich wieder in den Sport können.

Sportkarriere

Embryo Transfer heißt kurz gesagt, dass ein junger Embryo aus einer Spenderstute gespült wird und in eine Empfängerstute umgesetzt wird. Diese Empfängerstute soll die Trächtigkeit ausführen und das Fohlen säugen. Es gibt mehrere Gründe, sich für dieses Vorgehen zu entscheiden. Ein Grund ist, der Sportkarriere einer Stute den Vorrang zu geben, aber auch die Beschleunigung des genetischen Fortschritts. Es können in einem Jahr jeweils mehrere Nachkommen von genetisch wertvollen Stuten geboren werden. Es sind immer weitergehende Kenntnisse verfügbar, und die Techniken wurden verbessert.
Enttäuschungen ertragen
Karin Hendriks gab eine Reihe praktischer Tipps, an die ein Besitzer denken muss, wenn er für seine Stute ET einsetzen will. Will man eine eigene Empfängerstute einsetzen oder eine Empfängerstute mieten? Hendriks empfahl, vorab Kontakt mit dem Hengsthalter aufzunehmen, um praktische Sachen wie die Verfügbarkeit von Sperma vom gewünschten Hengst zu besprechen. Sie führt Besitzern immer vor Augen, dass sie bereit sein müssen, Enttäuschungen zu ertragen. Im Durchschnitt sind drei Spülungen für ein lebendes Fohlen nötig.

Synchronisieren

Wenn sowohl die Spenderstute, als auch die Empfängerstute für gesund und fruchtbar erklärt wurden, kann der Prozess beginnen. Es ist essentiell, dass die Spenderstute und die Empfängerstute (beinahe) gleich in ihrem Zyklus laufen. Durch hormonelle Eingriffe, beispielsweise die Rosseauslösung durch Injektionen, kann der Zyklus von Spender- und Empfängerstute aufeinander abgestimmt werden. Wenn der Embryo aus der Spenderstute gespült wurde, muss dieser innerhalb von 24 Stunden in die Empfängerstute umgesetzt werden.

Kein Stress

Eine Reihe von Faktoren hat Einfluss auf die Erfolgsrate von ET. Es ist wichtig, den gesamten Ablauf für die Stuten so stressfrei wie möglich zu gestalten, ebenso wie das Alter der Stute und die Verwendung von frischem oder tiefgekühltem Sperma. Die Kosten für ET liegen ungefähr zwischen drei- und viertausend Euro, abhängig davon, ob eine eigene Empfängerstute vorhanden ist oder eine Empfängerstute gemietet werden muss. Aber, so gab Karin Hendriks an, die aus ET geborenen Fohlen bringen oft mehr ein, weil sie genetisch wertvoll sind.

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