Familie De Vries: Ein Ster ist schön, aber die Freude steht an erster Stelle

Ytsen en Hilda de Vries met Elyte Dame Ster (Alwin 469) (Foto: Simone te Selle)

Ytsen de Vries sah Anfang der neunziger Jahre die damals vierjährige Tuke Dame S. Ster (Feitse 293) auf einer Körung. Die aus einer starken Mutterlinie stammende Stute stand wenig später zum Verkauf. De Vries baute mit ihr seine ‚Dame‘-Linie auf, und die Hengste aus seiner Zucht sind an dem Zusatz Wâldman zu erkennen.

Linie des Stamm 15

Tuke Dame kommt aus einer zuchtsicheren Linie des Stamm 15. Ihre Mutter ist Walsdame S. Ster Preferent (Tsjalling 235), und ihre Urgroßmutter ist Geke Ster Preferent (Ritske 202), eine der beiden Preferenten Töchter von Tilana Model Preferent (Age 168). Tilana ist über ihre Tochter Ellie Ster Preferent (Tsjalling 235) die Großmutter von Gaije 295. Walsdame S. brachte drei Preferente Töchter, worunter Sjiekedame S. Model Preferent Prestatie (Feitse 293) war, die an Jaap van der Meulen verkauft wurde. Van der Meulen züchtete drei Modelstuten aus Sjiekedame. Tuke Dame landete bei Ytsen und Hilda de Vries in Drogeham, die zu der Zeit noch gar nichts über Friesenpferde wussten. „Ganz allmählich haben wir dazu gelernt.“
Tuke Dame bekam 1996 ein Stutfohlen von Lute 304, Nobele Dame Y., die nicht die Optik hatte um Ster zu werden, aber sehr wohl mit ihren ersten vier Nachkommen, alle von Jasper 366, Preferent wurde, woraus die Zuchtkraft dieser Linie sichtbar wird.
Dressur ist nichts für Ytsen (57). „In der Bahn habe ich nach 5 Minuten alles gesehen. Am Sonntag auf einen Ausritt gehen, das genieße ich.“ Das ist auch genau das, wofür Ytsen seine Friesenpferde hat, für die Freude. „Meine Pferde haben schon einen eigenen Willen und auch Temperament. Aber sie sind auch sehr gehorsam. Einen Schritt nach vorn, einen Schritt zurück; ich kann sie auf den Millimeter lenken. Das ist natürlich eine Frage der Erziehung, aber sie müssen es auch tun wollen.“ Idylle-Dame ist die Mutter von Bryske-Dame Model AAA (Jerke 434), die als Fohlen auf der Fohlenauktion in Joure verkauft wurde. Die Familie De Vries war dabei. „Das war ein Ausflug für uns. Jaap van der Meulen ließ die Interessenten einander überbieten, und Bryske-Dame kam als Auktionsspitze aus dem Ring. Die neuen Besitzer haben alles dafür getan, Bryske glänzen zu lassen. Sie bekam für ihren IBOP 89,5 Punkte und war Zuchtschausiegerin in Hilvarenbeek. Wenn Bryske Dame bei uns geblieben wäre, wäre es nicht so weit gekommen. Dann wäre sie mit Ytsen am Sonntag ins Gelände gegangen und hätte ein Fohlen bekommen, aber wahrscheinlich wäre sie nicht Model geworden.

Preferentschaft wertvoll

Ytsen de Vries findet es für seine Zuchtstuten wichtig, dass sie Ster sind, und eine eventuelle Preferentschaft ist natürlich sehr wertvoll, aber der Charakter wiegt für ihn sehr schwer: „Meine Pferde müssen angenehm im Gebrauch sein. Viele meiner Stuten sind Ster geworden, und manche sind vorläufig Kroon. Für mich bleibt es dabei. Damit sie einen Test ablegen können, müssen sie bei einem Professionellen ins Training gegeben werden. Das finde ich nicht nötig, so denke ich derzeit darüber. Dasselbe gilt für das Sportprädikat. Es bringt viele zusätzliche Kosten mit sich, ein Pferd ins Training zu geben. Und für meine wöchentlichen Ausritte braucht ein Pferd kein Sportprädikat. Ein feiner, mitarbeitender Charakter steht für mich an erster Stelle. Die meisten Friesenpferde werden von Freizeitreitern gekauft, die müssen auch damit umgehen können.

Von Wind durchpusten

Die vierjährige erste Prämie Sterstute Elyte Dame (Alwin 469) ist jetzt das Pferd, das sich mit Ytsen auf den langen Sandwegen rund um Drogeham von Wind durchpusten lassen kann. Das Einreiten macht Ytsen selbst, mit Hilfe seiner Tochter Jeanette. Elyte wird in diesem Jahr wahrscheinlich mit Beant 517 gedeckt: „Einen Hengst auswählen mache ich oft nach Gefühl. Ich bin auch kritisch meinen eigenen Stuten gegenüber, ich gehe nie zu einer Körung mit der Vorstellung, dass sie mal eben Ster werden. Eine Stererklärung ist sehr schön, wieder ein Steinchen, auf dem man seine Zucht weiterbauen kann, aber die Freude steht an erster Stelle. Wenn ich Elyte am Sonntag aufgesattelt habe, dann schaut sie sich immer kurz um, so von wegen ‚Na, geht‘s los?‘ Das finde ich wunderbar. Letztes Jahr hatte die Zuchtvereinigung eine Ausfahrt organisiert, und ich hatte mich angemeldet. Am Treffpunkt fragte mich jeder, ob ich meine Kutsche nicht mitgenommen hätte. Sie erwarteten nicht, dass ich im Sattel mitreiten würde. Aber fahren ist nicht mein Ding. Also habe ich mit zehn Mädchen eine Ausfahrt mitgemacht. Das war sehr nett.“